Weide­management

Kühe fürs Klima! Unsere Salers- und Angusherde weidet über unsere Ackerflächen und hilft uns dadurch nachhaltig unsere Böden zu regenerieren und Biodiversität zu fördern.
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Wie wir weiden

Unsere Kühe weiden über unsere Ackerflächen, dort, wo wir sonst Roggen, Dinkel, Weizen oder auch Sonnenblumen anpflanzen.  

Mit unserem Weidesystem orientieren wir uns am natürlichen Verhaltensmuster von Wiederkäuern in großen Graslandschaften: Die Herde bleibt das ganze Jahr lang auf der Weide, eng zusammen und in Bewegung, wie sie es natürlicherweise machen würde, um sich vor ihren Fressfeinden zu schützen. Wir arbeiten mit mobilen Zäunen, die wir tagtäglich verstellen und umstellen, so dass die Kühe mehrfach am Tag von einer kleinen Parzelle auf die nächste kleine Parzelle geführt werden. So fressen unsere Kühe alles, was um sie herum wächst. Würden sie anfangen zu selektieren, würde das, was ihnen weniger gut schmeckt, stehen bleiben und sich immer weiter ausbreiten. Eine Verödung, ja Versteppung wäre die Folge. Stehen die Tiere eng zusammen, grasen sie gleichmäßig alles ab, was ihnen vor die Hufe kommt. Weil sie gleichzeitig in Bewegung sind, trampeln sie viel Blattmasse um, die den Boden bedeckt und gleichzeitig Nahrung für die Bodenorganismen darstellt. Durch diese Mulchschicht ist der Boden vor Sonneneinstrahlung geschützt und kann Feuchtigkeit speichern. Jede Fläche, die gerade von den Kühen beäst wurde, wird danach wochenlang nicht mehr betreten — dadurch haben die Pflanzen Zeit sich zu erholen und nachzuwachsen. Durch die kurze Beweidungsdauer  werden die Pflanzen nicht gänzlich abgefressen, was das Pflanzen- und Wurzelwachstum anregt. Somit ermöglichen uns die Rinder, Pflanzen zu nutzen, die Kohlenstoff im Boden speichern und ihn dadurch aufbauen.

»It's the how, not the cow!«

Danel Fernandez

Weidemanager
Danel ist der Baske mit dem Gespür für Kühe. Er ist Teil unseres Weidemanagement-Teams, auch wenn er her kam für den Waldumbau. Eigentlich eine fast schon klassische Madlitz-Geschichte. Frühmorgens, wenn die Sonne aufgeht und man nur das friedliche Schnaufen und Schmatzen der Kühe hört, ist für Danel die Welt in Ordnung. Er möchte die Kühe in ihrem Wesen verstehen und die Weidehaltung dementsprechend gestalten – so naturverbunden und wesensgerecht wie möglich.

»Durch die Kuhfladen wird ein unglaubliches Milieu an Insekten und Kleinstlebewesen angezogen, das wiederum viele Vögel anlockt. Eine ganze Kaskade an positiven Effekten für die Biodiversität – überhalb und unterhalb des Bodens. «

»Kühe sind der Schlüssel, um Abhängigkeiten zu reduzieren und die eigenen Kreisläufe zu schließen.«

Von Kuhfladen und Nährstoffkreisläufen

Seit 2019 halten wir auf einem Teil unserer Ackerflächen Black Angus und Salers-Rinder mit der Idee unsere Nährstoffkreisläufe auf dem Hof so klein und dabei so effizient wie möglich zu halten. Über die Ernte unserer Kulturen entziehen wir dem Boden Nährstoffe. Diese Nährstoffe müssen wir wieder zurückführen. Statt im großen Stil Mist zum Düngen vom benachbarten Betrieb zu kaufen, düngen unsere Rinder inzwischen selbst die Weide – Kühe sind der Schlüssel, um Abhängigkeiten zu reduzieren und die eigenen Kreisläufe zu schließen.

Durch diese Arbeitsweise können wir auf einige Bearbeitungen des Bodens durch schwere, landwirtschaftliche Maschinen verzichten und haben so eine geringere Bodenverdichtung und weniger offen liegende Erde, also weniger Austrocknung. Außerdem können wir an dieser Stelle auf fossile Energieträger verzichten.  

Madlitzer Weiderind

Die Wertschätzung für unsere Tiere hört nicht auf dem Acker auf. Alle paar Wochen schießen wir einen unseren Ochsen – und das direkt auf der Weide, ohne Stress, sondern mit viel Respekt und Ruhe. Anschließend übergeben wir das Tier in die vertrauensvollen Hände des Landschlachthof Lehmann, wo das Rind einige Wochen abhängt und dann zerlegt wird.

Von der Weide in Eure Küchen: In wenigen Wochen wollen wir unseren eigenen Onlineshop eröffnen und Euch einen Geschmack unserer Arbeit geben, einen Teil von Madlitz, ein Paket mit dem hochwertigsten Rindfleisch von unseren Angus-Ochsen für Eure Teller. Meldet Euch jetzt hier für unseren Newsletter an und erfahrt als Erste, wann man sich für die ersten Vorbestellungen anmelden kann.

Forschung

Mit unserer Finck Stiftung betreiben wir On-Farm-Research. Wir nutzen die Flächen von Gut&Bösel, um regenerative, multifunktionale Landnutzungsformen zu testen und zu entwickeln. Mit dem Ziel Lösungen für Ernährungssysteme zu finden, die heute von Klimaveränderung, degradierten Böden, dem Verlust der Biodiversität und Artenvielfalt und dem Verlust der Beziehung zwischen Mensch und Natur sowie zwischen Stadt und Land bedroht sind wie nie zuvor.

Park

Der Park in Alt Madlitz, mit sei­nen gro­ßen Eichen und mäch­ti­gen Kastanien ist der äl­te­ste eng­li­sche Landschaftspark in Brandenburg.

Forst

Wir bewirtschaften 2000 Hektar Forst, ein Großteil davon sind 40-60 Jahre alte Kiefernmonokulturen auf sehr armen grundwasserfernen Sandböden. Unser Ziel: Einen multifunktionalen Mischwald zu schaffen, der klimaresilient und divers ist.

Baumschule

Unsere Syntropische Baumschule ist ein Hybrid zwischen Agroforstsystem und nachhaltiger Baumschule: ein eigenes System und gleichzeitig die Basis unserer zukünftigen Agroforstsysteme

Ackerbau

Alt Madlitz hat eine sehr lange Ackerbautradition. Heute bauen wir verschiedenste Getreidesorten in einer sechs- bis achtgliedriger Fruchtfolge an, mit Untersaaten, Zwischenfrüchten und Blühstreifen. All das mit dem Boden im Fokus!

Agroforst

Bäume sind die Zukunft! Nach dem Prinzip der Syntropischen Landwirtschaft haben wir inzwischen fünf Agroforstsysteme in unseren Ackerbau integriert – sie steigern die Bodenfruchtbarkeit, helfen als Erosions- und Wasserschutz, sorgen für saubereres Grundwasser, speichern Kohlenstoff, mäßigen das Mikroklima und fördern Biodiversität.

Kompost

Kompost ist Leben! Und Boden die Basis all unserer Arbeit. Daher haben wir eine eigene Kompostabteilung, die sich ausschließlich mit Mikroorganismen und Nährstoffkreisläufen auseinandersetzt.