Der Madlitzer Forst
Die Wälder in Brandenburg bestehen zu 70% aus Kiefernmonokultur. Jedes Jahr werden unsere Wälder anfälliger für Dürren, Stürme, Insekten und Brände. So auch in Alt Madlitz.
Unser Wald ist eine ökologische Wüste, welche auf eine Katastrophe zu rast, aber auch ein riesiges Potenzial zur Transformation birgt. Wir wollen den Wald wieder zu einer kühlenden Oase machen, in der man sich gerne aufhält – und damit ein Beispiel und Hoffnung geben.
Wir versuchen daher im Rahmen eines Waldumbauprojektes diese Monokultur an Kiefern in Nordmischwälder zu überführen. Und damit ein Beispiel zu schaffen für einen gesunden, klimastabilen Wald. Dabei untersuchen wir verschiedene Ansätze: Zum einen Naturverjüngung, in dem wir Baumsamen pflanzen und die Bäume von alleine wachsen lassen. Zum anderen pflanzen wir standortgerechte Laubbaumarten. Das Projekt wird langfristig wissenschaftlich durch die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde begleitet, um möglichst aussagekräftige Daten daraus gewinnen zu können, die wir dann zukünftig teilen möchten.
»Unser Wald ist eine ökologische Wüste, welche auf eine Katastrophe zu rast, aber auch ein riesiges Potenzial zur Transformation birgt. «
»Der Wald der Zukunft sollte ein multifunktionaler Mischwald sein, ein Ort der Inspiration und Kraft und trotzdem eine nachhaltig genutzte Rohstoffquelle. «
Unser Waldumbauprojekt
Im Winter 2021 haben wir mit unserem ersten großen Waldumbauprojekt begonnen, das uns durch den Fertilize the Future Fund von ecover ermöglicht wurde.
Die Grundlage des Projektes sind fünf jeweils 1,5 Hektar große Versuchsflächen mit 40-60 Jahre alten Kiefernmonokulturen – auf unseren sehr armen grundwasserfernen Sandböden. Und die Vision eine Alternative zu schaffen – gegen das Waldsterben und für einen klimaresilienten Forst.
Die erste Fläche ist unsere „Naturschutzfläche“ – hier schauen wir unter strenger wissenschaftlicher Beobachtung, wie sich der Bestand entwickelt, ohne den Einfluss der erhöhten Wildtier-Bestände und des Menschen. Auf der zweiten Fläche haben wir drei ca. 700 m2 große Löcher in den Bestand geschlagen und forsten diese extrem divers per Saat und Pflanzung auf. Auf der dritten Fläche haben wir flächig Reihen gefräst und mit Saatgut und Bäumen bepflanzt. Danach haben wir ca. 30 Prozent der bestehenden Bäume gefällt, sodass ein für das Wild, welches sonst die jungen Bäume frisst, undurchdringbares Dickicht ergibt. Die vierte Versuchsfläche ist unsere Syntropische Fläche. Die fünfte Fläche wird weiterhin bewirtschaftet wie bisher und dient als unsere Referenzfläche.
Der Wald der Zukunft
Wir glauben, der Wald der Zukunft sollte ein multifunktionaler Mischwald sein, in dem nicht rein kurzfristige ökonomische Interessen das Geschehen und Aussehen bestimmen.
Es sollte ein Ort der Inspiration und Kraft sein und trotzdem auch eine nachhaltig genutzte Rohstoffquelle.
Dazu gehört in der Waldpflege:
- mehr Totholz im Bestand zu lassen –> ein wichtiger Wasserspeicher und Klimapuffer
- Waldränder müssen dicht und stufig gestaltet sein, damit der Wind nicht den Waldboden austrocknet.
- Im Inneren sollte der Wald aus vielen, verschiedene Höhen besetzenden Bäumen bestehen, sodass der Waldboden kühl bleibt und Wasser zurückgehalten wird.
- Diverse Baumwahl! Sie sollte gut an die lokalen Böden und das lokale Klima angepasst sein. Am besten viele Arten und auch verschiedene Altersklassen, die mosaikartig verteilt sind




Bestattungswald Alt Madlitz
Seit Mai 2025 gibt es in Alt Madlitz einen neuen Ort. Für eine gelebte Abschiedskultur im Einklang mit der Natur: Einen Bestattungswald!
Ein Bestattungswald, der ein Ort werden soll, der ein Zuhause sein kann. Für Angehörige, die Trauer, die Verstorbenen, den Abschied. Ein Zuhause mitten in der Schönheit und Natürlichkeit des Madlitzer Waldes. Mit fachkompetenter und einfühlsamer Begleitung – davor, währenddessen und danach. Alle Informationen zu Angeboten, Möglichkeiten und Führungen gibt es hier.